Elektromobilität und Wohnungswirtschaft
Wertsteigerung und Chancen
Die Chancen liegen auf der Hand: Eine hochwertige Ladeinfrastruktur steigert langfristig den Wert des Gebäudes, sie dient der besseren Vermarktung und es entstehen Kosteneinsparungen bei der Nutzung eines reinen E-Autos.
Und dennoch ergeben sich zwangsläufig Fragen bei den Nutzerinnen und Nutzer – ob Mieter, Eigentümer oder Verwalter:
- Wie kann eine Ladeinfrastruktur in Neubauten oder Bestandsimmobilien integriert werden?
- Ist die Installation einer Ladestation überhaupt möglich?
- Welche Kosten gehen mit einer Umrüstung einher und wer trägt diese?
Vorgehensweise und Vor-Ort Begehung
Neben den rechtlichen Anforderungen (u.a. WEG, BGB und GarVO - siehe auch unter Rechtlicher Rahmen Emobilität - WTSH Elektromobilität in Schleswig-Holstein stellt sich die übergeordnete Frage der Vorgehensweise. Dabei spielt ein umfassendes Elektromobilitätskonzept eine zentrale Rolle.
Im Rahmen einer Vor-Ort-Begehung werden folgende Punkte berücksichtigt:
- Aktuelle Parksituation
- Zustand der Elektroverteilung und Zähleranlage prüfen
- Hausanschlussleistung prüfen (ggf. Abfrage Netzbetreiber)
- Relevante Stromverbraucher und / oder Erzeuger
- Bestehende Ladeinfrastruktur prüfen
Die Betrachtung des Netzanschlusses (u.a. Dimensionierung uns Auslastung) zeigt u.a. auf, ob und wie viele Ladepunkte errichtet werden können. Dabei kommt i.d.R. ein Lastmanagement zur optimalen Leistungsverteilung zum Einsatz.
Vorteile:
- Überlastung des Hausanschlusses verhindern
- Leistungsspitzen vermeiden
- Kosten im Bereich des Hausanschlusses reduzieren
- Laufende Kosten reduzieren (Leistungspreise, dynamische Tarife)
Installationsart und Messekonzeptionierung
Im Anschluss stellt sich die Frage der Installationsart.
Beispiele:
Klassische Installation
(Quelle Grafik: KIWI Energie)
Systemlösung mit Flachkabeln
(Quelle Grafik: KIWI Energie)
An die Installationsart knüpft die Messkonzeptionierung an.
Anschluss an Wohnungszähler
(Quelle Grafik: KIWI Energie)
Einzelner Anschluss an neuem Zähler
(Quelle Grafik: KIWI Energie)
Eine vorgelagerte Messung
(Quelle Grafik: KIWI Energie)
(Halb-)öffentliche Ladestation
(Quelle Grafik: KIWI Energie)
Bei der Abrechnung besteht die Möglichkeit diese direkt über den Stromzähler der Wohnungseinheit oder über einen Unterzähler bzw. den Zähler in der Ladestation vorzunehmen. Das kann wahlweise mit oder ohne Dienstleister erfolgen.
Ergänzend sei erwähnt, dass Wartungen (LSV, ArbSchG, BetrSichV etc.), Sicherheitsaspekte (z.B. Brandschutzmaßnahmen) und der Betrieb der Ladestationen zu berücksichtigen sind.
Weiterführende Links:
Leitfaden NOW: Einfach laden an Wohngebäuden
Leitfaden ADAC: Die eigene Wallbox: Tipps für Wohnungseigentümer und Mieter
Leitfaden NOW: Einfach laden an Mehrparteienhäusern
