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Schutz von Ladeinfrastruktur

Mit dem voranschreitenden von Ladeinfrastruktur gewinnt deren Schutz zunehmend an Bedeutung. Ladesäulen und Wallboxen sind häufig im Außenbereich installiert und somit unterschiedlichen Gefährdungen ausgesetzt – darunter elektrische, mechanische sowie Vandalismus bedingte Einwirkungen. Neben normativen Anforderungen stehen daher insbesondere mechanische Schutzmaßnahmen wie Anfahrschutz und Kabelschutz im Fokus.

Grundsätzlich gelten Ladeeinrichtungen als elektrische Anlagen und müssen gemäß den anerkannten Regeln der Technik (z. B. VDE-AR-N 4100 Technische Anschlussregeln Niederspannung (VDE-AR-N 4100) sowie die VDE 0100-722 DIN VDE 0100-722 VDE 0100-722:2019-06 - Normen - VDE VERLAG) geplant und errichtet werden.

Ein ganzheitliches Schutzkonzept ergibt sich erst durch die Kombination verschiedener Maßnahmen:

  • Elektrischer Schutz (Überspannung, Fehlerstrom, Erdung)
  • Mechanischer Schutz (Anfahrschutz, Gehäuseschutz)
  • Kabelschutz (mechanisch und gegen Diebstahl)
  • Umweltschutzmaßnahmen (IP-Schutzarten, Temperaturbeständigkeit)

Während elektrische Schutzmaßnahmen normativ klar geregelt sind, gewinnen mechanische Aspekte wie Anfahrschutz und Kabelschutz zunehmend an Bedeutung. Da Ladeinfrastruktur meist im öffentlichen Raum installiert wird, ist ein integrativer Ansatz erforderlich, der sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen umfasst.

Elektrischer und technischer Schutz

Die Sicherheit von Ladeinfrastruktur basiert auf mehreren Schutzebenen

  • Schutz gegen elektrischen Schlag (z. B. durch Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen)
  • Überstrom- und Kurzschlussschutz (Leitungsschutzschalter, Sicherungen)
  • Überspannungsschutz (SPD Typ 1–3)
  • Blitzschutz und Erdungssysteme

Diese Maßnahmen sind notwendig, da Ladeeinrichtungen empfindlich gegenüber Überspannungen und äußeren Einflüssen sind. Besonders relevant ist der Überspannungsschutz: Für öffentlich zugängliche Ladepunkte ist dieser gemäß DIN VDE 0100-722 verpflichtend.

Schutz gegen Umwelteinflüsse

Ladepunkte im Außenbereich müssen mindestens die Schutzart IP44 erfüllen, um gegen Feuchtigkeit und Fremdkörper geschützt zu sein .

Mechanischer Schutz der Ladeinfrastruktur

Neben elektrischen Schutzmaßnahmen spielt der mechanische Schutz eine zentrale Rolle, da Ladeeinrichtungen häufig in Parkbereichen installiert sind.

  • Anfahrschutz: Der Anfahrschutz dient dazu, Ladeeinrichtungen vor Beschädigungen durch Fahrzeuge zu schützen. Da Ladesäulen oft direkt an Parkflächen oder Verkehrswegen stehen, besteht ein erhöhtes Risiko für Kollisionen. Beispielhafte Modelle sind hier Schutz für EV-Ladesäule & EV-Ladestation | Anfahrschutzshop zu finden. Typische Maßnahmen sind also Poller (Stahl- oder Betonpoller), Rammschutzbügel, Schutzplanken oder Bordsteinerhöhungen – auch Fundamentverstärkungen können sinnvoll sein.

Zwar sind konkrete Vorgaben für Anfahrschutzmaßnahmen häufig nicht explizit in VDE-Normen geregelt, sie ergeben sich jedoch aus allgemeinen Anforderungen an die mechanische Belastbarkeit von Betriebsmitteln, Vorgaben der Verkehrssicherungspflicht sowie baurechtlichen Regelwerken (z. B. Landesbauordnungen). Darüber hinaus wird vor allem im Rahmen von Ausschreibungen die Notwendigkeit von mechanischen Schutzmaßnahmen vermerkt.

Kabelschutz

Ladekabel stellen eine besonders kritische Komponente dar, da sie sowohl mechanischen Belastungen als auch Vandalismus ausgesetzt sind. Schäden an Kabeln können zu Stromunfällen, Ausfall der Ladeinfrastruktur sowie hohen Reparaturkosten führen.

  • Mechanischer Kabelschutz: Zum Schutz vor physischer Beschädigung kommen u. a. Maßnahmen wie Kabelbrücken, Kabelkanäle, robuste Kabelummantelungen, Aufhängungen, Führungssysteme oder automatische Kabelaufroller zum Einsatz. 

Gerade in punkto Diebstahl und Vandalismus gewinnt der Schutz vor Kabeldiebstahl zunehmend an Bedeutung. Betreiber setzen daher auf verstärkte oder stahlummantelte Kabel (z. B. GridZon | Diebstahlschutz für Kabel von Schnellladestationen), Alarmsysteme, mechanische Verriegelungen und Überwachungssysteme (z. B. Videoüberwachung - Praxislösungen für E-Ladestationen).

Umfragen der WTSH aus Schleswig-Holstein zeigen, dass Kabeldiebstahl zu erheblichen Ausfällen und Kosten führen kann, weshalb technische Schutzmaßnahmen kontinuierlich weiterentwickelt werden. Bislang (Stand 04/25) handelt es sich jedoch um wenige Einzelfälle.

Zusätzlich sind elektrische Schutzmaßnahmen notwendig wie ausreichende Dimensionierung der Leitungen, Schutz gegen Überlast und Kurzschluss sowie die Einhaltung der Installationsnormen (z. B. IEC 60364-7-722 IEC 60364-7-722:2018 - IEC-Normen - VDE VERLAG)

Verschiedene Grafiken und Infos zu Fahrzeugzulassungen und zur Ladeinfrastruktur in Schleswig-Holstein. Spannende und aktuelle Zahlen zu regionalen Zulassungen, Stand und Entwicklung der Ladeinfrastruktur und dem Stand Schleswig-Holsteins im Bundesvergleich.
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